...und warum so viel !!?...


 

Glauben Sie wirklich, dass es möglich ist, eine kleine Katze auf ernsthafte und seriöse Art für 200 oder 300 Euro zu bekommen?
Jeder weiss, dass man für eine Katze ca 100 Euro pro Monat zur Verpflegung haben soll und nur wenige können rechnen:
3 Monate (in dem Alter kann erst die Katze umziehen) x 100 Euro sind glatte 300.
Gut, in dem Moment viele sagen: sehen sie, es ist genau 300 !!!
bleibt noch eine Frage: wer spendet uns den Rest?
Was für Rest? Das können Sie weiter unten lesen. :-)

 

Jeder Züchter kennt die Telefonanrufe die mit der Frage "Sie haben Maine Coon Babys, was kosten die?" beginnen, und nach der Nennung des Preises meistens beendet sind, mit der Antwort "ich melde mich in den nächsten Tagen wieder", was natürlich nie passiert.


Die meisten Leute denken tatsächlich, dass man sich mit der Katzenzucht eine "goldene Nase" verdienen kann, dass der Kaufpreis bei weitem nicht die Kosten deckt, die man als Züchter hat, glaubt kaum einer. Komisch finde ich allerdings, dass viele Leute bereitwilligt bis zu 1000 Euro oder mehr für einen Rassehund zahlen, aber für eine Rassekatze nicht einmal die Hälfte ausgeben wollen. Und nebenbei, obwohl alles immer teurer wird, und ein Züchter heutzutage viele zusätzliche Kosten hat, sind die Preise für eine Rassekatze seit über 10 Jahren unverändert geblieben.

Die Auswahl einer Zuchtkatze ist nicht einfach, nicht jede Katze die einen Stammbaum hat, ist automatisch zur Zucht geeignet. Wenn man dann das Glück hat, im eigenen Land eine Katze zu finden muss man mit einem Anschaffungspreis von 1000 bis 2000 Euro rechnen. Um "neue Linien" ins Land zu bringen, ist es aber immer wieder nötig, auch Zuchtkatzen aus dem Ausland zu holen, dann kommen noch hohe Kosten für den Flug in die neue Heimat dazu.

Abgesehen von der üblichen Gesundheitsvorsorge wie regelmäßige Entwurmungen, Impfungen gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen, Tollwut und Leukose, sofortige Behandlung im Falle einer Krankheit, die jede Katze (egal ob bei Züchtern oder bei Liebhabern) bekommen sollte, fallen bei Zuchtkatzen noch weitere Tierarztkosten an. Ein Züchter sollte alles tun, was möglich ist, um sicher zu sein, dass seine Zuchtkatzen keine genetischen Krankheiten vererben, und seine Katzen deswegen auf das Vorhandensein dieser Krankheiten testen lassen. Für solch eine Untersuchung durch einen Spezialisten (der meistens nicht unbedingt vor Ort wohnt sodass auch noch eine weite Fahrt dazu kommt) muss man mindestens 150 Euro einplanen. Da eine Zuchtkatze in der Regel auf mehrer Krankheiten getestet wird, und einige dieser Tests auch mehrmals wiederholt werden müssen, kann man davon ausgehen, dass diese Summe für jede Zuchtkatze ca. einmal pro Jahr anfällt. Wichtige Anmerkung: Genetische Krankheiten wie z.B. HCM (Herzerkrankung), HD (Hüfterkrankung), PKD (Nierenerkrankung) o.a. kommen nicht nur bei Rassekatzen vor, sondern bei allen Katzen! Sie werden nur bei Rassekatzen häufiger erwähnt, weil Züchter sich Gedanken um diese Krankheiten machen und ihre Katzen auf das Vorhandensein dieser Krankheiten untersuchen.

Bevor mit einer Katze gezüchtet werden darf, muss diese auf mindestens einer Katzenausstellung als zuchttauglich anerkannt werden. Die Ausstellungsgebühr liegt bei ca. 30 Euro pro Katze, dazu kommen dann die nicht unerheblichen Fahrt- und Hotelkosten. Gerade, wenn man noch am Anfang der Zucht steht ist es wichtig, öfter auf Katzenausstellungen zu gehen, um zu erfahren, wie gut die eigenen Katzen dem Zuchtstandard entsprechen und auch, um selber einen Blick für das standardmäßige Aussehen zu entwickeln. Hat man dann noch das Ziel, einen bestimmten Titel mit seiner Katze zu erringen, kann das einige Ausstellungsbesuche und damit Kosten bedeuten. Für den Titel Eur.Ch. muss man mindestens 600 Euro an Ausstellungsgebühren einplanen und wenn die Katze dann nicht auf jeder Ausstellung gewinnt, wird es sogar noch mehr.

Plant man mit seiner Katze die ersten Babys, dann geht die Suche nach einem passenden Kater los. Findet man einen, der den eigenen Vorstellungen entspricht und dessen Besitzer auch bereit ist, eine fremde Katze zum decken anzunehmen, dann wird das nicht billig. Der Katerbesitzer wird eine Deckgebühr verlangen, die in der Regel zwischen 600 und 1000 Euro liegt. Die Katze braucht eine aktuelle Gesundheitsbescheinigung, inklusive diverser Blutergebnisse bevor sie zum Kater kann, was auch nochmal um die 70 Euro kostet. Von den Fahrtkosten, die anfallen, wenn der Kater weiter weg wohnt, will ich gar nicht mehr reden.
Man kann sich natürlich auch einen eigenen Kater anschaffen, in dem Fall fallen, statt der Deckgebühr, die oben erwähnten Kosten für Anschaffung, Gesundheitstests und Ausstellungen an.

Wenn dann tatsächlich alles geklappt hat, die Katze schwanger geworden ist und die Babys ohne Komplikationen geboren wurden, fallen als nächstes die Aufzuchtkosten selber an: hochwertiges Futter für Mutter und Babys, Stammbaum (die Mitgliedsbeiträge für den Katzenverein nicht zu vergessen), Impfungen, Entwurmungen, Gesundheitsbescheinigung vom Tierarzt, Chip, Kastrationskosten, mehrere Zeitungsinserate, um für jedes Baby ein perfektes Zuhause zu finden, Fahrtkosten, um die Babys in ihr neues Heim zu bringen ...

Und das sind nur die Kosten, wenn alles gut geht und es keine Komplikationen gibt! Dazu können noch Tierarztkosten kommen, wenn Mutter und/oder Babys krank werden, ein Kaiserschnitt bei der Geburt kostet mindestens 400 Euro, eine Zuchtkatze, die niemals Babys kriegt kostet nicht weniger in der Anschaffung, ein Kater, der für viel Geld angeschafft wurde, pinkelt vielleicht die ganze Wohnung voll und muss kastriert werden, ohne jemals Nachwuchs gezeugt zu haben ...

Als Beispiel kann ich sagen, dass ich in einem normalen durchschnittlichen Jahr über 10.000 Euro an Kosten für die Katzen hatte, mit nur einem Wurf in dem Jahr. Wenn ich da alle Kosten auf die 6 Katzenbabys umlegen würde, und sogar noch Gewinn dabei machen wollte, würde mich jeder für verrückt halten, dem ich den Preis nenne ;-)

Fazit: Ein finanzieller Gewinn ist mit der Katzenzucht nicht zu erzielen, es ist auch nicht das Ziel eines Hobbyzüchters, der aus Liebe zu seinen Katzen und der Rasse züchtet.

Abgesehen von der anteiligen Deckung der Kosten, dient der Kaufpreis eines Katzenbabys auch noch einem anderen Zweck. Leider gibt es immer wieder Leute, die der Meinung sind "was nichts kostet ist auch nichts wert", daher ist der Preis auch als Lebensversicherung zu verstehen. Wem schon der Anschaffungspreis zu teuer ist, der spart vielleicht beim Futter, oder den anfallenden Tierarztrechnungen und Impfungen. Eine Katze die mindestens 10 - 20 Jahre alt wird, verursacht im Laufe ihres Lebens noch viele weitere Kosten. Sind sie bereit viel Geld für eine notwendige Behandlung oder Operation auszugeben, wenn die Katze mal krank werden sollte? Auch da können plötzlich Kosten von mehreren 100 Euro auf sie zukommen.

© Dieser Text stammt von Britta Singethan.

Übrigens,

eine Liebhaberkatze kostet bei uns 850,00 bis 1200,00 Euro.

Für die Zuchtkatzen ist der Preis individuell gestellt.

 

 

 

..................................................................................klawisz